Malediven, immer noch ein Taucherparadies?

Wenn man den einschlägigen Fachzeitschriften Glauben schenken darf, sind Flora und Fauna im tiefen Süden der Malediven ein unvergessliches Abenteuer.... Jedenfalls fing alles schon mal gut an. Streik der Sicherheitsbediensteten am Abflugtag am Frankfurter Flughafen... Erfahren haben wir davon Freitagnachmittag, vier Tage vor unserem Abflug und das Wochenende lag auch noch dazwischen. Das bedeutete nun im Klartext: „wird der Hinflug nicht angetreten, so verfällt auch der Rest der Reise“ und nach EU-Recht können keine Ersatzansprüche geltend gemacht werden, weil: „Streik ist höhere Gewalt“ und die Reiserücktrittversicherung greift vier Tage vor Rücktritt auch nicht mehr, dass heißt also:
ALLES GELD WEG - Die Nerven lagen Blank - Danke Verdi...!!!

Es blieb also nicht viel Zeit um zu Handeln! 

Nach vielen Telefonaten und viel Recherche konnten wir erst am Samstag nach Düsseldorf umbuchen, die erste schlaflose Nacht...Erleichterung...?, Fehlanzeige..., viele schlaflose Nächte!
Ich persönlich habe erst daran geglaubt, als ich im Emirates Airbus A380-800 einen festen Sitzplatz unter mir gespürt habe, mich anschnallen durfte und die Maschine endlich Richtung Dubai abgehoben hat. Mein Traum sollte doch noch in Erfüllung gehen? Als ich Ende 1979 meine Tauchausbildung begonnen und beendet hatte, meine ersten Tauch-Erfahrungen am Humboldt-See und im Mittelmeer gesammelt habe, stand seither für mich fest - heute wäre es die sogenannte „Bucket List“ - ich möchte einmal auf die Malediven! Jetzt nach fast 40 Jahren habe ich mir diesen Wunsch erfüllen können...

Die Reise führte uns jetzt von Düsseldorf über Dubai nach Male, insgesamt 9 Std. Flugzeit plus 3 Std. Stopp-Over in Dubai. Hauptstadt der Malediven ist Male, dort hat unser Dhoni gewartet um Gabi und mich abzuholen. Geplant war eine zwei wöchige Tauchsafarie mit der Nautilus One.

Die Malediven sind eine Kette (der Name „Malediven“ bedeutet „Inselkette“, vgl. Mala) von 19 Inselgruppen, 1196 Inseln von denen 220 von Einheimischen bewohnt und weitere 87 für touristische Zwecke genutzt werden, im Indischen Ozean, südwestlich von Indien und Sri Lanka. Sie erstrecken sich über 871 Kilometer in Nord-Süd-Richtung bis kurz südlich des Äquators. Die Inseln sind verteilt auf 26 Atolle mit Korallenriffen. Sie liegen, wie die Lakkadiven, auf dem maledivischen Rücken. Dieser wird als abgekippte und gesunkene Randscholle der indischen Landmasse angesehen. Die Malediven sind nicht, wie beispielsweise Hawaii, vulkanischen Ursprungs. Insgesamt sind von den 1196 Inseln nur 220 Inseln bewohnt. Die Inseln liegen alle rund 1 Meter über dem Meeresspiegel, was sie besonders anfällig für den stetig ansteigenden Meeresspiegel macht. Die höchste Erhebung mit 2,4 m befindet sich auf der Insel Vilingilli im Addu-Atoll. Der Inselstaat hat sich in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren Touristenziel entwickelt, was steigenden Wohlstand für die Bewohner des Landes brachte, aber gleichzeitig ökologische und soziale Probleme verursachte.

 

Die Nautilus One mit ihren 30 m Länge ist viel mehr als nur ein Safariboot. Ganz aus Holz und in bewährter maledivischer Bootsbauweise gefertigt, bietet das Schiff nicht nur etwas fürs Auge. Viel Platz, schöne Verarbeitung, sowie modernste Ausrüstung zeigen, dass man auf einem Safariboot keineswegs auf Annehmlichkeiten verzichten muss und beim beenden dieses Satzes muss ich zugegeben etwas schmunzeln denn die Tauchsafaris, Mitte der 80er Jahre bei Rudi Kneipp in HRG, sahen noch etwas anders aus, stimmt’s Marlies? In sieben luxuriösen Gästekabinen finden 14-16 Personen eine komfortable Unterkunft. Jede Kabine besitzt Klimaanlage, eigenes Bad mit DU/WC. Stromversorgung 230V gibt es rund um die Uhr. Die eigene Wasseraufbereitungsanlage ermöglichte uns eine ganztägige Erfrischung mit Süßwasser.

Routenverlauf der Deep South Tour:

  • Süd Male Atoll
  • Felidhe Atoll 
  • Mulaka Atoll
  • Thaa Atoll (südlichster Punkt unserer Tour)

und wieder zurück

Die Wassertemperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 28°C und die Sichtweiten betragen bis zu 50 Meter. Das Schiff brachte uns zu den schönsten Tauchplätzen  und wir tauchten ab in die Welt der Korallenriffe, Heimat vieler bunter Rifffische, Schildkröten, Rochen, Schwarmfische, Haie, Mantas und mit Glück auch Walhaie und viele andere interessante Lebewesen.
Auf geht’s...

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Unser Tauchdhoni brachte uns dreimal täglich zu den „Hotspots“. Das gesamte Tauchequipment als auch der Kompressor zum befüllen der Taucherflaschen war dort untergebracht.

Typisches Tauchgangsprofil...

32 geplante Tauchgänge in 12 Tagen, davon nur 6 Tauchgänge inklusive Checktauchgang, an einem Riff (Giri, ähnlich wie die Erg‘s in HRG). Der Rest der Tauchgänge findet in den Kanälen der Atolle statt, wo die Strömungsreichsten Tauchplätze liegen. Die Chance auf Großfisch findet man nur hier! Getaucht wurde mit Nitrox32, anders wären die TG in dieser Form aufgrund der Deko-Zeiten gar nicht möglich gewesen. Ebenso gehören ein Riffhaken und eine Signalboje zur Standardausrüstung. Gute Taucherfahrung, eine gute Kondition und der geübte Umgang mit Riffhaken und Signalboje sind Voraussetzung um solch schwierige TG überhaupt durchführen zu können. Egal ob Galapagos oder andere pazifische Top-Tauchgebiete, Bali, die Malediven oder auch Ägypten – dort wo es unter Wasser so richtig „kachelt“, also die Strömung Dir förmlich die Tauchmaske vom Gesicht reist, genau dort versammeln sich die großen Jäger der Unterwasserwelt…denn genau hier ist das Wasser besonders Nährstoffreich und es wimmelt nur so vor Leben. Strömung heißt Fischkino für Taucher aber Strömungstauchen ist die anspruchsvollste Art des Tauchsports und kann spektakulär sein, ist aber nicht ungefährlich, weshalb es nur von erfahrenen Tauchern ausgeübt werden sollte.

Man sollte sich nicht von der Farbenpracht der Unterwasserbilder täuschen lassen. Die „Giris“ sind in einem schlechten Zustand. Die Korallenriffe sind abgestorben und zum größten Teil versandet. Nur dort, wo Korallen El Nino überlebt haben und sich allmählich erholen, kann man erahnen, wie es hier mal ausgesehen haben muss.

Lebendiges Riff, nur noch selten zu sehen...

Ein kapitaler Stechrochen versteckt sich im sandigen Boden...

In den Kanälen ständige Begleiter, der graue Riffhai aber auch Weißspitzenriffhaie und Adlerrochen waren hier zwischen den Inseln, wo die Strömung am stärksten ist, anzutreffen...

... und wenn ich eins gelernt habe, Kanaltauchen NIE im Shorty...!!!

Das Fortbestehen des Archipels ist durch den steigenden Meeresspiegel im Rahmen des Klimawandels bedroht. 1998 kam El Niño, eine starke Veränderung der Meeresströmung, und sorgte in diesem Teil des Indischen Ozeans monatelang für Temperaturen von 32 Grad Celsius und mehr. Zu warm für die Korallen, die dann absterben. Zwei Mal in den letzten 20 Jahren wurden die Malediven zum Opfer einer massiven Korallenbleiche und dem damit einhergehenden Absterben von Korallen. Man berichtet, dass die Riffe sich in den vergangenen Jahren gut erholt hätten

 

Das Kuda Giri Wrack ist ein Fischtrawler, der an einem kleinen, fast kreisrunden Riff aufrecht auf dem Sandgrund steht. Die Tiefe beträgt zwischen 20 und 35 Metern. Am Wrack findet man Schaukelfische, viele verschiedene Nacktschnecken und jede Menge Schwarmfische, so dass es auch für Fotografen sehr interessant ist. Bei wenig Strömung kann anschließend noch das kleine Giri (Riff) umrundet werden.

Barbecue auf einer der unbewohnten Inseln...

Typisches Dorfleben der bewohnten Gebiete...

Malé ist die dicht bevölkerte Hauptstadt der Malediven, einem Inselstaat im Indischen Ozean. Die 153.904 Einwohner zählende Stadt besteht aus der gleichnamigen Hauptinsel Malé im Süden des Nord-Malé-Atolls sowie aus den drei Inseln Villingili, Hulhumalé und Hulhulé, die zusammen eine Fläche von 579,8 Hektar aufweisen. Direkt am Hafen befindet sich der Fisch.- und Gemüse.- und Gewürzmarkt.

 

Von ICE-Tauchen in den Großstadtdschungel...!

Nach 12 Tagen Tauchsafari ging es zurück. 4 Tage Dubai standen nun auf dem Programm. Wer jetzt der Meinung ist, dass es jetzt ruhiger wird, dass „Relaxing“ und Entspannung angesagt ist, der Irrt. Dubai ist Klimatisierter, Organisierter, Schneller und Luxuriöser als irgendeine andere Großstadt und natürlich Größer, Spektakulärer und Teurer, das zumindest hört man bei den Stadtrundfahrten immer und immer wieder...

Der Burj Khalifa wurde von der Projektgesellschaft Emaar Properties nach Plänen des Architekten Adrian Smith vom amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill gebaut. Seit April 2008 ist er das höchste Bauwerk der Welt, besitzt weltweit die meisten Stockwerke und auch das höchstgelegene nutzbare Stockwerk. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2004, im Januar 2009 wurde die Endhöhe von 828 Metern erreicht. Das Gebäude wurde am 4. Januar 2010 eingeweiht.

Das Atlantis The Palm, Dubai ist ein Luxushotel &-Resort auf der Palm Jumeirah in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate. Das Atlantis The Palm war das erste Hotel der künstlich erbauten Palmeninsel und wurde im September 2008 eröffnet. Das Thema des Hotels ist die versunkene Stadt Atlantis, beinhaltet jedoch zahlreiche arabische Elemente.

Das Burj al Arab (deutsch: „Turm der Araber“) ist eines der luxuriösesten und teuersten Hotels der Welt. Mit einer Höhe von 321 Metern ist es das vierthöchste Hotelgebäude der Welt und ein Wahrzeichen der emiratischen Stadt Dubai. Aufgrund der segelförmigen Kubatur und seiner ausgesetzten Lage ist dieses Gebäude unverwechselbar.

Das Einkaufszentrum Dubai Mall in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist bezogen auf die Verkaufsfläche mit 350.000 Quadratmetern eines der größten Einkaufszentren der Welt. In der Mall unter anderen auch das größte, wie sollte es auch anders sein, über drei Etagen erstreckende Aquarium. Das größte Becken hat eine Grundfläche von 51 × 20 Meter und ist 11 Meter hoch. In dem aus 75 Zentimeter dicken Acrylglas bestehenden größten Becken befinden sich in 10.000 Kubikmetern Seewasser, das man dem Persischen Golf entnimmt.

„The Dubai Waterfall“. Die Dubai Mall überrascht mit vielen Aktivitäten. Es ist ein Einkaufszentrum, nicht nur zum Einkaufen, es gibt auch so viele Kunstwerke überall. Es gibt eine Installation, die mich beeindruckt hat - der Dubai Mall Waterfall, wo silberne Skulpturen von Tauchern den kaskadenartigen, sanften Fluss des Wasserfalls ergänzen.

Die sogenannten Souks in Dubai sind Weltbekannt...
Dubai Spice Souk oder der alte Souk ist ein traditioneller Markt in Dubai. Der Spice Souk befindet sich im östlichen Dubai in Deira und grenzt an den Dubai Gold Souk an. Der Gewürz-Souk in der Baniyas-Straße befindet sich in Al Ras. Der Souk besteht aus mehreren schmalen Gassen, die mit offenen und geschlossenen Dächern ausgekleidet sind. Geschäfte im Gewürzsouk verkaufen eine Vielzahl von Düften und Gewürzen, von Weihrauch und Shisha bis zu den vielen Kräutern, die in arabischen und südasiatischen Gerichten verwendet werden. Darüber hinaus werden im Gewürzsouk mehrere Haushalts-, Textil-, Tee-, Weihrauch-, Teppiche und Artefakte verkauft. Ein Großteil des Handels findet durch Feilschen statt, dies wird auch von den Händlern erwartet. Die Souks sind Anziehungspunkte und ein Muss für jeden, der Dubai noch „Ursprünglich“ erleben möchte.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). „Over the Top“ im 125. Stockwerk des Burj Khalifa und Abschluss unserer Reise...

Fazit:
Malediven, immer noch ein Taucherparadies...?
Traumurlaub unter Palmen: Die Malediven zählen zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Nicht nur Sporttaucher kommen auf die kleinen Atollinseln mitten im Indischen Ozean, zunehmend sind es Wellness-Touristen, die sich in großen Luxus-Hotels verwöhnen lassen. Zum Beispiel die künstliche Insel Thilafushi wurde auf den Malediven ursprünglich als Mülldeponie geplant, die den Müll der Hauptstadt Male aufnahm. Doch dem ist schon lange nicht mehr so. Die Müllberge auf Thilafushi bestehen zu großen Teilen aus Plastikabfall, Sonnencremetuben, Windeln, Shampooflakons, Cocktailstrohhalme, Plastikflaschen usw. usw. Doch auch Kartons, Metalle und Sondermüll werden verdichtet und mit Bauschutt bedeckt – oder verbrannt: Im beißenden Rauch wehen giftige Stoffe bis zu den Nachbarinseln. Die Malediven versinken im Plastikmüll. 

Nach unabhängigen Berichten gilt Thilafushi als die größte Müllinsel der Welt. Die Riffe auf den Malediven erholen sich nur sehr langsam und sind nicht überall gleich. Der starke Tourismus - das Bauen neuer Luxusresortes - und der dadurch anfallende Müll setzen den Inseln und Atollen immer mehr zu, so dass es zukünftig eher unwahrscheinlich ist, das sich die Natur in absehbarer Zukunft erholen wird, ganz im Gegenteil... Taucher, die hier bereits vor zwanzig Jahren schon die Malediven betaucht haben und mit uns die zweiwöchige Safari gefahren sind, waren entsetzt über den schlechten Zustand der Riffe und den massiven Rückgang der Grossfische und Schwarmfische an den Giris. Glaubt man den einheimischen Tauchguides, ist das Tauchen im Südmale-Atoll nur noch für Großfischbeobachtungen zu empfehlen, das heißt aber auch, tauchen in den Kanälen mit sehr starken Strömungen. Wer noch einigermaßen schöne Riffe ohne Strömung sehen möchte, sollte dies im Arie-Atoll tun, das heißt aber auch Massentourismus.

Die Malediven scheinen nicht mehr das zu sein, was sie früher einmal waren. Ich selber war zuerst enttäuscht, was das Tauchen an den Giris anging. Mit etwas Abstand und nach Sichtung meiner UW Bilder könnte ich mir Vorstellen nochmals auf die Malediven zu fliegen. Dubai - wenn man die Möglichkeit eines Stop Overs hat - sollte man auf jeden Fall mit einplanen.

Wir brauchen Urlaub
Uwe und Gabi